Jan-Christian Schwarz
"derst alsô getoufet daz in niemen nennen sol". Studien zu Vorkommen und Verwendung der Personennamen in den Neidhart-Liedern
2005.
568 S.
Broschur
Series: DOCUMENTA ONOMASTICA LITTERALIA MEDII AEVI (DOLMA) Band 4
ISBN: 978-3-487-12728-6 68,00 EUR
  
"Hilfreiche Anhänge runden das Werk ab. Die Dissertation von J.-Chr. Schwarz stellt damit eine instruktive interdisziplinäre Arbeit auf dem Gebiet der Namenskunde und der Literaturwissenschaft mit aufschlussreichen Ergebnissen für beide Forschungsrichtungen dar." (Andrea Grafetstätter, Sonderdruck aus "Beiträge zur Namenforschung", Bd. 41, Heft 2, 2006)

In den Liedern, die unter dem Namen des mittelalterlichen Sängers Neidhart (gest. um 1240) überliefert sind, finden sich zahlreiche Hinweise auf den bewußten Umgang mit Namen. Der im Titel des Buches zitierte Liedvers, in dem ein Name kurzerhand als „passend“ gewertet und somit gewissermaßen reflektiert wird, ist nur ein Beispiel unter vielen. Er ist Anlaß genug, das Neidhartsche Namenspiel genauer zu untersuchen. Die vorliegende Studie widmet sich dem Zusammenwirken von literarischer Namenwelt und parodistischen Intentionen in diesem besonderen Ausschnitt der mittelhochdeutschen Literatur. Sie untersucht den Gebrauch von redenden, verkörpernden und klassifizierenden Anthroponymen und liefert neue Erkenntnisse zur Anwendung moderner Ansätze der literarischen Onomastik auf die längst vergangene Literatur des Mittelalters.
Jan-Christian Schwarz, geb. am 23.6.1973, promovierte 2004 an der Universität Kiel, und unterrichtet am Alten Gymnasium in Flensburg die Fächer Deutsch und Geschichte. Er war wissenschaftlicher Assistent am Jüdischen Museum in Berlin und Lehrbeauftragter an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

In the songs ascribed to the mediaeval poet Neidhart (d. ca. 1240) there are many indications of a particular awareness in the treatment of names. The line quoted in the title of this book, in which a name is curtly judged as ‘appropriate’ and thus in some sense made an object of reflection, is only one of many examples. This is reason enough to examine Neidhart’s play with names in more detail. The work is devoted to the interplay of literary names and parodistic intention in one particular area of Middle High German literature. The author examines the way names are used to speak, embody and classify, and applies modern literary onomastics to mediaeval literature to produce new findings.
Jan-Christian Schwarz, b. 23.6.1973, gained his doctorate in 2004 from the University of Kiel, and teaches German and history at the Altes Gymnasium in Flensburg. He has worked as a research assistant at the Jewish Museum in Berlin and has taught at the University of Kiel.

"Für weitere Beschäftigungen mit Neidhart und überhaupt zu Namen in mhd. Literatur liegt damit eine künftig unverzichtbare Monographie vor." (Ulrich Müller, Germanistik 47/2006, Heft 1-2)