Justus Lipsius
Admiranda oder Wundergeschichten von der unaußsprächlichen Macht, Herrlich- und Großmächtigkeit der Statt Rom
Straßburg 1620. Reprint: Hildesheim 2007. Mit einer Einleitung herausgegeben von Martin Disselkamp.
LXXIII/365 S.
Leinen
Series: HISTORIA SCIENTIARUM
ISBN: 978-3-487-13416-1 118,00 EUR
  
"(Es) bleibt lobend festzuhalten, dass mit dieser Edition ein Schlüsseldokument des europäischen Späthumanismus und der frühneuzeitlichen Romforschung neu gewürdigt und gedeutet werden kann." (Volker Reinhardt, Zeitschrift für historische Forschung, 2011, Heft 1)

Die Admiranda, deren lateinische Originalversion 1598 erschien, beschreiben in vier Büchern Macht und Größe des römischen Kaiserreichs. Sie gehören zu Lipsius’ antiquarischen Abhandlungen und sind damit Teil einer frühneuzeitlichen Literatur vor allem zur römischen Antike, die erst in den vergangenen Jahren als bedeutendes Forschungsfeld wiederentdeckt worden ist. Aus der schier unüberschaubaren Vielzahl einschlägiger Traktate ragen die Admiranda deutlich heraus: Unter den Überblicksdarstellungen sind sie das literarisch bedeutendste, unter den übrigen antiquarischen Arbeiten aus der Feder von Lipsius das umfassendste Werk. Die Schrift rekonstruiert das alte Rom auf der Grundlage der antiken Quellen, um es den Zeitgenossen als Musterfall eines wohlorganisierten Staatswesens vor Augen führen. Auf diese Weise soll Rom zum Vorbild moderner Ordnungs- und Stabilisierungsanstrengungen in der Krisenzeit der Konfessionskriege werden. Im Einzelnen widmet sich Lipsius der Ausdehnung und der Wirtschaftsmacht des römischen Reichs - doch vor allem beschreibt er im umfangreichsten Buch die Stadt Rom selbst, die er suggestiv wiederauferstehen lässt. Der letzte Teil des Werks gilt den Tugenden der Römer und versteht sich als Appell an die Tugendhaltung der Zeitgenossen. Von der deutschen Übersetzung der Admiranda aus der Feder von Johann Valentin Andreae, haben sich nur wenige Exemplare erhalten.

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The four volumes of Admiranda, which were first published in 1598 in Latin, describe the power and greatness of the Roman Empire. They are among Lipsius’s antiquarian studies and thus form part of an Early Modern literature primarily devoted to Ancient Rome, a civilisation which had only recently been rediscovered as a field for research. Among the sheer volume of relevant works, the Admiranda clearly stand out: they are the most significant overview in literary terms, and the most comprehensive of Lipsius’s antiquarian works. The text reconstructs ancient Rome on the basis of classical sources, presenting it to contemporaries as the model of a well-organised state. In this way, Rome is intended as a template for modern attempts at bringing order and stability to the crisis-ridden world of the wars of religion. Lipsius concentrates on details of the Roman Empire’s expansion and economic power - but above all, in the most comprehensive section, he describes and evokes the city of Rome itself. The last part of the work examines the virtues of the Romans and is conceived as an appeal to the morality of Lipsius’s contemporaries. Few copies survive of Johann Valentin Andreae’s German translation of the Admiranda.
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