"Jolanta Tambor hat mit ihrer Untersuchung eine aussagekräftige Analyse zum Konzept der Identität vorgelegt, in welcher sie insbesondere auf kulturelle Elemente eingeht, die für Oberschlesien identitätsgenerierend sind (
) Dadurch präsentiert sie dem Leser eine lebendig beschriebene Geschichte Oberschlesiens. So ist Tambors Habilitationsschrift nicht nur für Slawistiker, Soziologen und Linguisten von Interesse, sondern auch für jene, die sich anderweitig mit Regionalwissen und den Fragen der Multikulturalität beschäftigen." (Felicitas Söhner, Silesia Nova, 2/2012)
"Detailliert erörtert die Verfasserin, daß sich die Oberschlesier keineswegs zuletzt durch ihr Idiom als eine Gruppe sui generis begreifen, deren Charakteristika sie aus ihrer Disziplin, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft in der Vergangenheit, bis in die Gegenwart hinein, ableiten." (Konrad Fuchs, Das Historisch-Politische Buch, 59. Jg 2011, Heft 5)
Mit ihrem Buch richtet sich Jolanta Tambor sowohl an Wissenschaftler, deren Forschungsinteresse die slawischen Sprachen, die Minderheiten- bzw. Regionalsprachen sind, als auch an diejenigen Leser, die sich mit der Region Oberschlesien aus den unterschiedlichsten Gründen emotional verbunden fühlen. Die Verfasserin widmet sich darin dem Konzept der Identität und analysiert vor allem diejenigen kulturellen Aspekte, die in Oberschlesien identitätsstiftend wirken. Die umfangreich zitierten Aussagen autochthoner und zugezogener Oberschlesier über ihr Leben in der Region, über schlesische Stereotype und die schlesische Mundart, fügen sich zugleich zu einer lebendig erzählten Geschichte Oberschlesiens.
Das Buch enthält drei Themenschwerpunkte. Das erste Kapitel thematisiert die Besonderheiten der oberschlesischen Identität vor einem breiten historischen und soziologischen Hintergrund. Tambor konfrontiert historische Fakten, die sowohl vom polnischen als auch vom deutschen Standpunkt aus betrachtet werden, mit den Gedächtnisorten der Oberschlesier. Das zweite Kapitel analysiert die oberschlesische Mundart, die den Status einer Regionalsprache anstrebt. Der dritte Abschnitt erörtert die wichtigsten Elemente, die in den Stereotypen und Prototypen der Oberschlesier enthalten sind.
***
Jolanta Tabors book is aimed both at academics with an interest in regional or minority Slavonic languages and at readers who, for whatever reason, feel an emotional bond with the region of Upper Silesia. The author focuses on the concept of identity and analyses the cultural aspects which are central to the creation of identity in Upper Silesia. Many quotes from native and adoptive Upper Silesians about their region, Silesian stereotypes and the Silesian dialect combine to make a lively history of the region.
The book has three central themes. The first chapter looks at the characteristics of Silesian identity in a broad historical and sociological context. Tabor confronts historical facts, which are examined from both Polish and German perspectives, with Silesian memorial sites. The second chapter analyses the Upper Silesian dialect, which aspires to the status of a regional language. The third section considers the most important elements of Upper Silesian stereotypes and prototypes.