Maria Antonia Bußhoff
"Es bleibt alles wüst". Vincent van Goghs Selbstkonzept im Horizont der Daseinsrechtfertigung
2003.
334 S.
Broschur
Series: STUDIEN ZUR KUNSTGESCHICHTE Band 153
ISBN: 978-3-487-11883-3 39,80 EUR
  
Zusatzinformation
Inhaltsverzeichnis
Mit dem Namen Vincent van Goghs verbindet sich der Mythos vom verkannten Malergenie, das erst posthum zu einem der einflußreichsten Künstler der Moderne aufsteigen konnte. Eine wachsende Zahl von Fiktionalisierungen seiner Lebensgeschichte in allen Medien zog die vollständige Kommerzialisierung der Bildmotivik nach sich.
In der vorliegenden Arbeit untersucht die Autorin den Briefwechsel des Malers mit seinem Bruder Theo und forscht nach den Quellen seines Selbstverständnisses als Künstler. Ihre Befunde sind erstaunlich: Van Goghs schöpferische Tätigkeit verdankte sich infolge calvinistischer Prägung primär seinem angstbesetzten Streben nach Daseinsrechtfertigung. Um sein häufiges berufliches Scheitern zu kompensieren, entwickelte er im Medium von Brieftexten ein Konzept von Lebenskohärenz. Diese Selbstinszenierung auf dem Papier, die er im Kontext der Traditionen von Kunst, Religion und Philosophie zu legitimieren suchte, war für Van Gogh ein Gegenentwurf zu den Kontingenzen seines eigenen Lebens. Die Studie ist ein substantieller Beitrag zur van-Gogh-Forschung und zugleich ein wesentlicher philosophisch-wissenschaftlicher Beitrag auf dem Gebiet der Ästhetik.

The name of Vincent van Gogh is linked to the myth of the unrecognized painting genius who was only posthumously able to become one of the most influential painters of modern times. A growing number of fictionalisations of his life story in all media have led to the complete commercialization of the motifs of his paintings.
In this study, the author examines the correspondence of the painter with his brother Theo and searches for the sources of his self-image as an artist. Her findings are remarkable: Due to his Calvinistic upbringing, Van Gogh’s creative activity was primarily a result of his fear-ridden struggle to find a justification for his existence. In order to compensate for his continual professional failure, he developed a concept of coherency of life via the medium of letter-writing. For Van Gogh, this self-enactment on paper, which he sought to legitimate in the contexts of the traditions of art, religion and philosophy, was a counter-design to the contingencies of his own life. The study is a substantial contribution to Van Gogh research and at the same time an essential philosophical/academic contribution in the field of aesthetics.
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